Sehkraftverlust – Meine Augen und ich

Ich bin technisch blind. Ich sehe die Welt nur schemenhaft. Wenn jemand auf mich zukommt erkenne ich ihn erst, wenn er einen halben Meter vor mir ist.

Etwa in der 7. oder 8. Klasse (ich war also gerade in der Pubertät) fing bei mir der Verlust meiner vollen Sehkraft an. Ich weiß nicht woran es gelegen hat, dass ich plötzlich weiter entfernte Dinge nicht mehr sehen konnte. Vielleicht war es die Pubertät oder vielleicht lag es auch in meinen Genen. Ich habe sehr lange nichts davon gemerkt, bis ich die Tafel in der Schule wirklich gar nicht mehr lesen konnte. Mein Platz war immer hinten gewesen und so kam es, dass mir irgendwann eine Freundin vorlesen musste, was an der Tafel stand oder ich es von ihren Aufzeichnungen abgeschrieben habe. In Tests musste ich mich ganz nach vorne setzen.

Als ich schließlich zu meiner Mutter mit diesem Problem ging, nahm sie mich sofort zum Augenarzt mit und der verschrieb mir meine erste Brille. Ich suchte mir beim Optiker, der schon unsere ganze Familie mit Brillen versorgte, ein Metallmodell aus, das dunkelrot beschichtet war. Eine sehr einfache aber für mich schicke Brille.

Ich sah die Welt endlich klar. Kurzsichtige Menschen können sicher verstehen, wie glücklich ich war BLÄTTER an den Bäumen zu erkennen. Für mich war es immer normal gewesen, dass ich nicht alles habe sehen können, aber plötzlich war die Welt scharf und klar. Ein tolles Gefühl.

Meine Augen wurden im Laufe der Jahre immer schlechter. Den größten Sprung machten sie als ich fast mit dem Abitur fertig war. Da musste ich innerhalb eines halben Jahres eine stärkere Brille haben und das um ganze 0,75 Dioptrie. Das war ein Schock. Meine Optikerin erklärte mir zwar, dass das viele Ursachen haben kann, aber ich war dennoch schockiert, immerhin hatte ich inzwischen die schlechtesten Augen in der Familie.

Nach meiner Schulzeit pendelte es sich darauf ein dass ich alle 1-2 Jahre eine neue Stärke brauchte. Es änderte sich nicht mehr viel. Mal waren es 0,25 Dioptrie und manchmal 0,5.

Ich kann inzwischen gar nicht mehr erklären, wie ich die Welt sehe, wenn ich keine Brille oder Kontaktlinsen trage, aber ich sage immer, ich bin eine Gefährdung für den Straßenverkehr. Aktuell habe ich auf beiden Augen etwa (wenn man den Zylinder hineinrechnet) etwa -4 Dioptrien.

Es gibt eine Faustformel dafür, wie viel Prozent man mit so schlechten Augen noch sieht. Man halbiert die Sehkraft pro -0,5 Dpt:

-0,5 dpt: 50% Sehkraft
-1 dpt: 25% Sehkraft
-1,5 dpt: 12,5% Sehkraft
-2 dpt: 6,25% Sehkraft
-2,5 dpt: 3,125% Sehkraft
-3 dpt: 1,56% Sehkraft
-3,5 dpt: 0,78% Sehkraft
-4 dpt: 0,39% Sehkraft <– Dort stehe ich also aktuell

Aus dieser Faustformel ergibt sich, dass man Menschen ab einem Wert von -4 dpt als technisch blind bezeichnet. Man ist nicht wirklich blind, aber man erkennt seine Umwelt nur noch schemenhaft. Ich zum Beispiel sehe noch etwa 20cm scharf. Alles weitere wird unscharf. Es gibt dafür einen recht netten Simulator, der in meinen Augen sehr nah an das tatsächliche Ergebnis herankommt: http://www.optiker.at/simulator

Inzwischen lebe ich seit 10 Jahren mit meiner Brille und nutze sie auch als Stylingbestandteil. Sie gehört dann wirklcih zum Outfit dazu. Inzwischen habe ich zwei Brillen und trage nebenbei Kontaktlinsen. Ich liebe es, wie die ein oder andere Brille oder eben keine mein Gesicht verändert. Augen lasern lassen kommt für mich aufgrund der Risiken und der Kosten nicht in Frage.

Ein Look, Drei Sehhilfen, drei Resultate


Kontaktlinsen


Mexx-Brille


Oxyoo-Brille

Ich mag alle drei Ergebnisse sehr gern.

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About Tine

Ann-Christin also known as Tine or Kaoru, 27, Blogger, Economics Student. Plant Based since May 2015

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